Der WhatsApp-Status und seine Nebenwirkungen

Mir war bisher nicht bewusst, wie problematisch der sogenannte -Status ist, da mich WhatsApp selbst nicht interessiert.

Der WhatsApp-Status ist eine Funktion, mit der man Fotos, Videos oder Text für 24 Stunden mit seinen Kontakten teilen kann. Danach verschwindet er wieder automatisch.

Im Unterschied zu herkömmlichen sozialen Medien gibt es beim WhatsApp-Status keine Historie. Wenn ein neuer Status gepostet wird, ist der vorherige für andere nicht mehr einsehbar. Dadurch fühlt man sich eher dazu gedrängt, den Status anderer regelmäßig zu prüfen, um nichts zu verpassen. Das führt natürlich zu einer häufigeren Nutzung von WhatsApp.

Ich rate daher davon ab, den WhatsApp-Status zu verwenden, um den Drang zum ständigen Checken bei anderen nicht zu fördern.

Schnellklickwettbewerb im Sportverein

Bei kommt es vor, dass nur ein Teil der TeammitgliederInnen an einem teilnehmen kann, weil die Teilnehmendenzahl begrenzt ist. Leider läuft die Auswahl der Teilnehmenden im Smartphonezeitalter häufig so, dass diejenigen einen Platz bekommen, die sich am schnellsten melden. Dadurch wird eine schädliche Nutzung von Smartphones gefördert, weil diejenigen belohnt werden, die ihr Smartphone ständig überwachen.

Ich würde mir bessere Vergabemethoden wünschen.

Warum werden immer noch PDF-Dateien erstellt?

Warum werden im Jahr 2026 immer noch PDF-Dateien erstellt? Außer wenn es primär um Druck geht, haben diese Dateien keine Daseinsberechtigung mehr, weil sie sich beim Lesen in der Regel nicht an die Größe des Displays (oder Fensters) der lesenden Person anpassen. Insbesondere auf Smartphones sind PDFs immer nervig.

Was erreicht ihr mit euren Verboten?

An vielen Schulen sind Smartphones für SchülerInnen verboten. Dafür gibt es gute Gründe (ich bin aus verschiedenen Gründen selbst auch kein großer Fan dieser Geräte.). Aber was erreicht ihr mit den derzeitigen Verboten wirklich? Letztlich lasst ihr die Kinder alleine und verlagert alle Probleme auf die Zeit nach dem Unterricht. Ihr helft ihnen nicht einen vernünftigen Umgang zu erlernen und wirklich geeignete Software und Dienste auszuwählen.

Was passiert in Wirklichkeit?

Sobald SchülerInnen Zugang zu Smartphones haben, erstellen sie recht schnell einen Whatsapp-Gruppenchat für die Klasse. Whatsapp wird von Meta betrieben, dem Unternehmen hinter Facebook und Instagram. In den allermeisten Fällen läuft Whatsapp auf Smartphones von Google oder Apple.

Was habt ihr also erreicht?

Die Kinder binden sich mit ihren ersten Accounts an Google oder Apple. Sie verwenden ein Kommunikationsmittel von Meta, deren andere Produkte für so jugendgefährdend gehalten werden, dass sie für Jugendliche verboten werden sollen. Und das auch noch auf Geräten, die ihr ebenfalls für so gefährlich haltet, dass ihr sie an Schulen verbietet.

Wie wär es, wenn wir die Kinder unterstützen würden?

Gruppenchats müssen nicht bei Whatsapp laufen. Sie können unabhängig betrieben und bei Bedarf moderiert werden. Auch setzen unabhängige Chatsysteme keine Smartphones oder Accounts bei Apple oder Google voraus.

Ostrom kann ich nicht empfehlen

Den Stromanbieter Ostrom kann ich aus folgenden Gründen nicht empfehlen:

  1. Ein Großteil der Funktionalität ist nicht per Webseite verfügbar. Stattdessen muss eine Smartphone-App verwendet werden, die scheinbar exklusiv über den Apple Appstore und Google Play vertrieben wird.
  2. In der gibt es einen Supportchat, bei dem man allerdings mit einer „KI“ chattet. Auch wenn man einen Menschen verlangt, erhält man Nachrichten die per KI generiert werden. Das war schnell erkennbar, als Schreibfehler meinerseits in sinnvoll klingende Antworten übernommen wurden, die natürlich keinen echten Sinn ergaben. Dieser „KI“-Chat scheint die primäre Anlaufstelle für Support zu sein.

Mein Smartphone für ViertklässlerInnen

Grob gesagt habe ich Folgendes gemacht:

  • Auf einem Android-Smartphone das originale Betriebssystem durch eine Android-Variante ohne Google-Apps und -Dienste ersetzt. Wichtig: Das Betriebssystem sollte aus einer seriösen Quelle stammen und Sicherheitsupdates liefern.
  • Folgende Apps installiert: F-Droid (für freie Open-Source-Apps), Kiwix (für Offline-Lexika), Thunderbird (E-Mail), Conversations (Familienchat über Jabber/XMPP) und Fennec (eine freie Firefox-Variante aus F-Droid). Leider sind nicht alle genannten Apps über F-Droid verfügbar.
  • In Fennec uBlock Origin installiert, um Tracking und ähnliche Dinge zu blockieren.
  • Eine Prepaid-Karte ohne mobilen Internetzugang, sodass Internet nur daheim über WLAN möglich ist.
  • Auf der Fritz!Box zuhause den Kinderschutzfilter für das Smartphone aktiviert.

Überraschende Neuigkeiten aus dem DSGVO-Land

Ich erinnere mich noch an die Zeit kurz vor Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (#DSGVO), als wir noch überlegten, ob wir Schriftarten von Drittservern in unsere Webseiten einbinden dürfen, ohne gegen die DSGVO zu verstoßen.

Heute erfahren wir, dass die Schufa meint, es wäre absolut okay, wenn Kunden der Schufa mit geheimen historischen Echtdaten testen, die die Finanzdaten von Millionen Menschen betreffen. Dass die Schufa diese Daten bei DSGVO-Anfragen auch noch verschweigt, wirkt da fast nebensächlich.

Zumindest im professionellen Umfeld verwendet man eigentlich künstliche Testdaten…

Schulschließfächer von Astradirect – Webseite wirkt unseriös, Versicherung erscheint mir teuer.

Die Firma (genauer astradirect Schließfächer GmbH) vermietet Schließfächer in Schulen. Leider wirkt die Webseite der Firma unseriös. Dort wird in einer Preisübersicht eine einmalige Kaution, die nach Vertragsende allerdings zurückgezahlt wird (sofern diese nicht mit anderen Kosten verrechnet wird), mit einer monatlich zu bezahlenden Versicherung gleichgesetzt:

Einen Hinweis darauf, dass die Kaution am Ende erstattet wird, enthält diese Übersicht nicht. Zwar ist es üblich, dass bei einer Vermietung die Kaution am Ende erstattet wird, dies wird in der Übersicht jedoch nicht verdeutlicht. Wer das Wort „Kaution” übersieht oder der deutschen Sprache nicht mächtig ist, wählt hier unter Umständen die falsche Option.

Außerdem stellt sich mir die Frage, wie unsicher die Schließfächer sind, wenn man dafür eine relativ teure Versicherung abschließen soll.

Wenn man annimmt, dass der durchschnittliche Inhalt eines Schließfachs 300 Euro wert ist, könnten pro Monat ca. 0,4 Prozent der Schließfächer ausgeraubt werden, ohne dass die Versicherung basierend auf der monatlichen Gebühr von 1,215 Euro (hier ist die Versicherungssteuer in Höhe von 19 % abgezogen) Geld nachschießen müsste (Verwaltungskosten der Versicherung nicht berücksichtigt). Bei einer Schule mit 500 Schließfächern wären das immerhin 24 geknackte Schließfächer pro Jahr.

Dass die Firma wegen der Schulschließfächer auch schon von der Verbraucherzentrale verklagt wurde und verloren hat, wundert mich nicht.