Der WhatsApp-Status und seine Nebenwirkungen

Mir war bisher nicht bewusst, wie problematisch der sogenannte -Status ist, da mich WhatsApp selbst nicht interessiert.

Der WhatsApp-Status ist eine Funktion, mit der man Fotos, Videos oder Text für 24 Stunden mit seinen Kontakten teilen kann. Danach verschwindet er wieder automatisch.

Im Unterschied zu herkömmlichen sozialen Medien gibt es beim WhatsApp-Status keine Historie. Wenn ein neuer Status gepostet wird, ist der vorherige für andere nicht mehr einsehbar. Dadurch fühlt man sich eher dazu gedrängt, den Status anderer regelmäßig zu prüfen, um nichts zu verpassen. Das führt natürlich zu einer häufigeren Nutzung von WhatsApp.

Ich rate daher davon ab, den WhatsApp-Status zu verwenden, um den Drang zum ständigen Checken bei anderen nicht zu fördern.

Schnellklickwettbewerb im Sportverein

Bei kommt es vor, dass nur ein Teil der TeammitgliederInnen an einem teilnehmen kann, weil die Teilnehmendenzahl begrenzt ist. Leider läuft die Auswahl der Teilnehmenden im Smartphonezeitalter häufig so, dass diejenigen einen Platz bekommen, die sich am schnellsten melden. Dadurch wird eine schädliche Nutzung von Smartphones gefördert, weil diejenigen belohnt werden, die ihr Smartphone ständig überwachen.

Ich würde mir bessere Vergabemethoden wünschen.

Was erreicht ihr mit euren Verboten?

An vielen Schulen sind Smartphones für SchülerInnen verboten. Dafür gibt es gute Gründe (ich bin aus verschiedenen Gründen selbst auch kein großer Fan dieser Geräte.). Aber was erreicht ihr mit den derzeitigen Verboten wirklich? Letztlich lasst ihr die Kinder alleine und verlagert alle Probleme auf die Zeit nach dem Unterricht. Ihr helft ihnen nicht einen vernünftigen Umgang zu erlernen und wirklich geeignete Software und Dienste auszuwählen.

Was passiert in Wirklichkeit?

Sobald SchülerInnen Zugang zu Smartphones haben, erstellen sie recht schnell einen Whatsapp-Gruppenchat für die Klasse. Whatsapp wird von Meta betrieben, dem Unternehmen hinter Facebook und Instagram. In den allermeisten Fällen läuft Whatsapp auf Smartphones von Google oder Apple.

Was habt ihr also erreicht?

Die Kinder binden sich mit ihren ersten Accounts an Google oder Apple. Sie verwenden ein Kommunikationsmittel von Meta, deren andere Produkte für so jugendgefährdend gehalten werden, dass sie für Jugendliche verboten werden sollen. Und das auch noch auf Geräten, die ihr ebenfalls für so gefährlich haltet, dass ihr sie an Schulen verbietet.

Wie wär es, wenn wir die Kinder unterstützen würden?

Gruppenchats müssen nicht bei Whatsapp laufen. Sie können unabhängig betrieben und bei Bedarf moderiert werden. Auch setzen unabhängige Chatsysteme keine Smartphones oder Accounts bei Apple oder Google voraus.

Freie Open Source Scan-App für Android

Fairscan ist als freie Open-Source-Software z. B. über F-Droid erhältlich.

Im Vergleich zu einer normalen Kamera-App bietet die App u. a. folgende Vorteile: Die App ist darauf ausgelegt, Papier zu scannen. Das Foto wird automatisch so zugeschnitten, dass der Hintergrund nicht mehr zu sehen ist. Außerdem wird die Perspektive korrigiert, wenn das Foto schräg aufgenommen wurde. Es ist möglich, automatisch eine PDF-Datei zu erzeugen und mehrere Fotos zu einer PDF-Datei zusammenzufassen.

Mein Smartphone für ViertklässlerInnen

Grob gesagt habe ich Folgendes gemacht:

  • Auf einem Android-Smartphone das originale Betriebssystem durch eine Android-Variante ohne Google-Apps und -Dienste ersetzt. Wichtig: Das Betriebssystem sollte aus einer seriösen Quelle stammen und Sicherheitsupdates liefern.
  • Folgende Apps installiert: F-Droid (für freie Open-Source-Apps), Kiwix (für Offline-Lexika), Thunderbird (E-Mail), Conversations (Familienchat über Jabber/XMPP) und Fennec (eine freie Firefox-Variante aus F-Droid). Leider sind nicht alle genannten Apps über F-Droid verfügbar.
  • In Fennec uBlock Origin installiert, um Tracking und ähnliche Dinge zu blockieren.
  • Eine Prepaid-Karte ohne mobilen Internetzugang, sodass Internet nur daheim über WLAN möglich ist.
  • Auf der Fritz!Box zuhause den Kinderschutzfilter für das Smartphone aktiviert.

Android: Wasserwaagen-App Bubble

Über F-Droid kann die Open-Source-App „Bubble“ als Wasserwaagen-Ersatz bezogen werden. Ich habe sie schon öfter verwendet, wenn ich keine echte Wasserwaage zur Hand hatte. Wie genau die App arbeitet, dürfte von der Qualität der Sensoren des verwendeten Smartphones abhängen. Ob es bei diesen Sensoren nennenswerte Unterschiede gibt, weiß ich allerdings nicht. Für meine Zwecke war sie genau genug (Smartphone Pixel 7a).

Google-/Apple-Zwang bei TK-Doc

Die Krankenkasse bietet eine Online-Sprechstunde an. Der volle Funktionsumfang dieser Sprechstunde ist allerdings nur verfügbar, wenn die „TK-Doc” installiert ist. Ohne App kann man z. B. keine Krankschreibung über die Online-Sprechstunde erhalten. Diese App wird exklusiv über den Play Store und den App Store vertrieben. Die Verwendung der App auf einem Gerät ohne Google-Account (Lenovo-Tablet mit original -Betriebssystem) war nicht möglich. Die App verweigert mit Verweis auf den Play Store jegliche Funktion.

Dass eine Online-Sprechstunde nicht auch im Browser angeboten wird, ist für mich schwer nicht nachvollziehbar. Insbesondere, da es zertifizierte Videokonferenzsysteme für Psychotherapien gibt, die rein browserbasiert sind. Das heißt, Psychotherapeutinnen können online Therapiestunden abhalten, ohne ihren Patientinnen die Installation einer bestimmten Software oder eines bestimmten Betriebssystems (samt Google-Account) vorzuschreiben.

Insbesondere in dringlichen Situationen ist es sehr wichtig, möglichst ohne Hürden auf einen solchen Dienst zugreifen zu können.

„Smarte“ Körperfettwaage ohne Cloud mit freier App nutzen

Ich musste mir eine neue Waage kaufen. Im aktuellen Test der Stiftung Warentest wurden Waagen mit und ohne getestet. Preislich macht es kaum einen Unterschied, ob man ein Modell mit oder ohne App kauft.

Weil ich keine unnötigen -Dienste nutzen möchte, für die man sich registrieren muss, die ausfallen können oder ggf. eingestellt werden, hätte ich mir fast einfach eine Waage ohne App gekauft. Ich hatte wenig Hoffnung, dass es alternativen zu den offiziellen Apps gibt. Zum Glück habe ich mir dann doch ein paar Minuten Zeit genommen und tatsächlich eine alternative Open Source App gefunden, die relativ viele Bluetooth-Waagen unterstützt und bei F-Droid ohne Warnhinweise zum Download angeboten wird: OpenScale

Zumindest bei der Waage, die ich mir für 20 Euro gekauft habe, funktioniert OpenScale.