Was erreicht ihr mit euren Verboten?

An vielen Schulen sind Smartphones für SchülerInnen verboten. Dafür gibt es gute Gründe (ich bin aus verschiedenen Gründen selbst auch kein großer Fan dieser Geräte.). Aber was erreicht ihr mit den derzeitigen Verboten wirklich? Letztlich lasst ihr die Kinder alleine und verlagert alle Probleme auf die Zeit nach dem Unterricht. Ihr helft ihnen nicht einen vernünftigen Umgang zu erlernen und wirklich geeignete Software und Dienste auszuwählen.

Was passiert in Wirklichkeit?

Sobald SchülerInnen Zugang zu Smartphones haben, erstellen sie recht schnell einen Whatsapp-Gruppenchat für die Klasse. Whatsapp wird von Meta betrieben, dem Unternehmen hinter Facebook und Instagram. In den allermeisten Fällen läuft Whatsapp auf Smartphones von Google oder Apple.

Was habt ihr also erreicht?

Die Kinder binden sich mit ihren ersten Accounts an Google oder Apple. Sie verwenden ein Kommunikationsmittel von Meta, deren andere Produkte für so jugendgefährdend gehalten werden, dass sie für Jugendliche verboten werden sollen. Und das auch noch auf Geräten, die ihr ebenfalls für so gefährlich haltet, dass ihr sie an Schulen verbietet.

Wie wär es, wenn wir die Kinder unterstützen würden?

Gruppenchats müssen nicht bei Whatsapp laufen. Sie können unabhängig betrieben und bei Bedarf moderiert werden. Auch setzen unabhängige Chatsysteme keine Smartphones oder Accounts bei Apple oder Google voraus.

Mein Smartphone für ViertklässlerInnen

Grob gesagt habe ich Folgendes gemacht:

  • Auf einem Android-Smartphone das originale Betriebssystem durch eine Android-Variante ohne Google-Apps und -Dienste ersetzt. Wichtig: Das Betriebssystem sollte aus einer seriösen Quelle stammen und Sicherheitsupdates liefern.
  • Folgende Apps installiert: F-Droid (für freie Open-Source-Apps), Kiwix (für Offline-Lexika), Thunderbird (E-Mail), Conversations (Familienchat über Jabber/XMPP) und Fennec (eine freie Firefox-Variante aus F-Droid). Leider sind nicht alle genannten Apps über F-Droid verfügbar.
  • In Fennec uBlock Origin installiert, um Tracking und ähnliche Dinge zu blockieren.
  • Eine Prepaid-Karte ohne mobilen Internetzugang, sodass Internet nur daheim über WLAN möglich ist.
  • Auf der Fritz!Box zuhause den Kinderschutzfilter für das Smartphone aktiviert.

Pixel Watch 2 mit eigenständiger Prepaid-eSim betreiben

„Aus Gründen“ wollten wir eine Pixel Watch 2 mit einer vom unabhängigen Sim-Karte mit eigener Telefonnummer ohne Internetzugang betreiben (also ohne MultiSim). Das ist nicht so einfach, wie man meinen mag:

  1. Offenbar kann nicht jede beliebige auf eine geladen werden. Es gibt Provider, die angeben, dass ihre eSims nicht in Smartwatches verwendet werden können (z. B. Lidl-Connect).
  2. Die Pixel Watch 2 verhindert, dass eine eSim in die Smartwatch geladen wird, die nicht für dasselbe Mobilfunknetz registriert ist, wie die Sim-Karte im zugehörigen Smartphone (d. h. wenn sich im Smartphone eine Sim-Karte im Netz von Vodafone befindet, muss auch die eSim in der Smartwatch im Netz von Vodafone funktionieren). Der Provider scheint allerdings egal zu sein.

Was bei uns funktioniert hat:

Im Smartphone befindet sich eine Prepaid-Sim-Karte von Lidl, die das Vodefone-Netz verwendet. Auf die Pixel Watch 2 haben wir eine CallYa-Prepaid-eSim von Vodefone geladen. Diese Prepaid-Karte hat für uns den Vorteil, dass sie ohne Grundgebühr genutzt werden kann. Die CallYa-eSim haben wir direkt von Vodafone bezogen, also nicht über einen Provider. U. a. vertreibt der Provider Freenet Vodafone-Prepaid-Karten. Es war uns allerdings nicht möglich, eine eSim für eine Vodafone-Prepaid-Karte von Freenet zu erhalten.

Außerdem haben wir über die Hotline von Vodafone den Internetzugang der eSim in der Smartwatch deaktivieren lassen, da wir diesen nicht benötigen. Die Smartwatch selbst scheint nicht über eine Option zu verfügen, um den Internetzugang per Mobilfunknetz zu deaktivieren.

Öffentliche Verkehrsmittel sollten Computern bzw. Smartphones kabellos Informationen bereitstellen

Z. B. wenn man im fährt, wäre es schön, wenn das automatisch relevante bekommen würde (ohne Zutun des/der Nutzenden).

Um dies zu erreichen könnten kabellos ein Signal (z. B. Bluetooth) aussenden, das es ermöglicht, das Verkehrsmittel und die aktuelle Fahrt genau zu identifizieren und ggf. zusätzlich Informationen abzurufen. Apps wie der -Navigator könnten dann beispielsweise Informationen zur Reise anzeigen und Durchsagen abrufbar und ggf. lesbar machen.

Dies wäre insbesondere für Reisende interessant, die mit Zeitkarten unterwegs sind und kein konkretes Ticket für eine einzelne Fahrt in einer App hinterlegt haben, da Reiseinformationen dann nicht aktiv abgerufen werden müssten.

Unabhängig davon sollten Zugansagen z. B. über das Internet oder per Telefonanruf abrufbar sein, da die Ansagen nicht immer gut verständlich sind.